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Earth Overshoot Day

Wisst ihr, welcher besondere Tag am vergangenen Samstag war?

 

Es waren genau 406 Jahre vergangen, seit die anhaltende Auseinandersetzung zwischen Bürgern und Patriziat in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main, ausgelöst durch den Unmut über die Misswirtschaft des Rates und die geringen Einwirkungsmöglichkeiten der Zünfte, als „Fettmilch-Aufstand“ in ein Pogrom gegen die ansässigen Juden und ihre zeitweilige Vertreibung aus der Stadt mündete.
Dies wirft ein schlimmes Bild auf unsere ältere und leider auch allzu aktuelle Geschichte, ist aber nicht das gemeinte, besondere Ereignis.

Es jährte sich zum 171-ten Mal der erste Luftangriff der Geschichte, verübt durch die österreichische Armee durch den Abwurf von Brandbomben aus Heißluftballons auf Venedig.
Stimmt zwar, aber dennoch Fehlanzeige.

Vor 156 Jahren unterzeichneten zwölf Staaten die erste Genfer Konvention, die Grundlage des humanitären Völkerrechts.
Ein wichtiges und erfreuliches Jubiläum, aber auch das ist nicht gemeint.

Und natürlich meine ich auch nicht die Geburtstage von: Deng Xiaoping, Claude Debussy, John Lee Hooker, Laura Dahlmeier und Leni Riefenstahl – obwohl die zusammen sicher eine witzige Party feiern könnten, mit einem sehr abwechslungsreichen Musikmix und interessanten Gesprächsthemen.

Gemeint ist der sogenannte Erdüberlastungstag.

Was bedeutet dieses Datum? Seit Samstag leben wir auf Pump. Denn seit Samstag haben wir – weltweit gesehen – die gesamten natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser schöner, blauer Planet in einem Jahr erzeugen und regenerieren kann. Und hätte es Corona nicht gegeben, wäre dieser Tage sogar fast einen Monat früher.

Das bedeutet, seit diesem Tag im Jahr leben wir aktuell am Leben-Seienden auf Kosten späterer Generationen. Aber das scheint uns ja nicht zu stören, so kommt zu dem dicken Schuldenpaket (das seit der Corona-Krise noch gewachsen ist) auch noch eine ausgebeutete Erde hinzu. „Après nous, le déluge“ – wie Madame Pompadour parlieren würde oder auch „Shit happens“ wie der Ami sagt.

Das mit den Geldschulden macht mir wenig Sorgen, denn jedem Euro Schulden steht ein Euro Guthaben entgegen, das kann man schnell ausgleichen – oder im schlimmsten Fall geht unser Finanzsystem hopps – das gäbe sicher einiges Chaos, es wäre aber nicht schade drum, taugt ja eh nichts und es wäre in der Geschichte der Menschheit nicht das erste Geldsystem, das kaputt geht.

Ganz so leicht wird es mit dem Bezahlen der Umweltschulden nicht sein. Daran werden spätere Generationen noch übel zu kauen haben. Aber was interessiert das mich, ich bin 58 Jahre alt und hatte viele schöne Jahre …

Apropos Zynismus und damit wir von unserem deutschen „Wir sind die Weltmeister im Umweltschutz“-Pferd endlich herunter kommen. Unser ureigener deutscher Erdüberlastungstag war bereits am 3. Mai (Daten für das Jahr 2019).
Bereiten wird uns also fürs kommende Jahr 2021 auf eine große Feier im Mai vor, da hat Alexander Gerst Geburtstag und der weiß aus eigener Anschauung, wie schön unsere Erde von oben aussieht und hält deshalb die Festrede, dazu singt der Third-May-Birthday-All-Stars-Chor: Georges Moustaki, Dave Dudley, Pete Seeger, Rea Garvey, Christopher Cross, Bing Crosby und James Brown ein Medley aus französischen Chansons, amerikanischen Country- und Folksongs, irisch Folk, etwas Pop, etwas Schmalz und viel Sex-Machine. Gekrönt wird das Konzert von einem Rap eines weiteres 3.-Mai-Geburtstagskindes, Kathrin Göring-Eckhardt, mit dem Titel „Sie sind grün“ und dazu dreht sich Knut Kiesewetter wie wild im Grab um.

Herzliche Grüße
Bernd

 

 

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